Mit insgesamt 11 Personen waren wir vom 18. bis 26. November 2023 in Gohomey zu einem intensiven Arbeitsbesuch „im Projekt“.
Dabei waren Elke Kleuren-Schryvers, Rüdiger Kerner (internist. CA KH Kevelaer) mit Frau, Roland Klein (Zahnarzt Kevelaer) mit Frau Angelika (Hausärtin aus Kevelaer) und Tochter Kathrin (Zahnärztin), Heike Waldor-Schäfer (Journalistin NRZ-Niederrhein), Henrike van Briel (Rechtsberatung und Öffentlichkeitsarbeit), Dirk Henricy (OP-Pfleger, Leitung in Xanten), Annemarie Pieper (Universalistin) mit Ehemann (ich).

Für den Hinweg brauchten wir wie immer ein-einhalb Tage über Brüssel und Cotonou bis nach Gohomey und auch zurück ging es nicht schneller. Das Reisen wird inzwischen etwas komfortabler, da die Strassenverhältnisse sich gebessert haben. Es ist aber immer noch lang und mühsam. Die Freude wieder „im Projekt“ zu sein war wieder groß, man fühlte sich trotz der einfachen Verhältnisse und der vielen Kosten und Mühen wieder sofort zuhause.

Die Aufgaben für diesen Aufenthalt waren für mich wie in den letzten Reisen eher orgnisatorischer und administrativer Art. Ich habe die Visiten der Kinderstation besucht, mit den Kollegen, die die Kinder vor Ort betreuen gesprochen und neue Bilder gemacht.
Mit Elke Kleuren-Schryvers zusammen konnte ich mit unserer Kinderärztin Dr. Giselle zusammen die geplante Erweiterung der Kinderstation besprechen. Es bleibt in diesem Sinne festzuhalten, dass die Motivation der Mitarbeiter und die Versorgung der Kinder in Gohomey auf einem hohen Niveau sind. Leider mussten wir auch in diesem Jahr wieder die Erfahrung von Todesfällen auf der Kinderstation machen, da die Kinder oft einfach zu krank und zu schwach sind. Das steigert aber weiter meine Motivation für die Verbesserung der Möglichkeiten in der Kinderstation in Gohomey. Eine immerwährende Erfolgsgeschichte ist die Kinderkrippe, die aktuell 10 Kinder betreut, die ohne die Hilfe der Einrichtung wohl alle zum Tode verurteilt gewesen wären. Danke dafür!

Die Erwachsenenmedizin entwickelt sich ebenfalls weiter. Der Frauenarzt vor Ort begleitet über das Jahr etwa 1.500 Geburten, knapp ein Drittel davon als Kaiserschnitt. Dadurch kommen dort auch mehr Mehrlinge und Frühgeborenen zur Welt.

Die Internisten haben inzwischen in dem vor zwei Jahren erweiterten Bettenhaus auch kaum noch Platz, der Umbau der ältesten Teile der Klinik zu einer Notaufnahme ist dort eine Herzensangelegenheit. Dazu wird noch ein internistischer Kollege gesucht, der langfristig die Endoskopie betreuen kann. Einen Kandidaten dafür konnten wir kennenlernen.

Im OP-Trakt  arbeitet zur Zeit hauptsächlich der Frauenarzt, der aber auch bauchchirurgische Eingriffe durchführt. Ein Unfallchirurg ist in Aussicht und soll im kommenden Jahr in fester Stellung arbeiten.

Die Zahnärzte hatten reichlich zu tun. Eine gerade fertig studierte Zahnärztin konnnte mit viel Empathie für ihre Patienten mit Unterstützung unserer Zahnärztin Kathrin Klein viele Patienten versorgen. Roland Klein versorgte einige Patienten mit Zahnprothesen und produzierte dabei viele glückliche Gesichter mit strahlendem Lächeln.

Neben den medizinischen Tätigkeiten konnten wir mit Hilfe von Dirk Henricy und meiner Frau Annemarie Medizingeräte warten und reparieren, sowie OP-Material sortieren und damit die Funktionalität des OP-Containers sichern. Alles in allem war es ein sehr gelungener Besuch.

Das Highlight dieses Aufenthaltes war aber für uns und auch unsere beninischen Mitarbeiter der Besuch des deutschen Botschafters Dr. Stefan Buchwald. Er hatte sich auf unsere Einladung hin von Cotonou für einen eintägigen Besuch auf den Weg gemacht. So konnte sich einen Eindruck von den Arbeiten aller Abteilungen der Klinik machen und wir hatten in diesem Rahmen nicht nur einen sehr konstruktiven Tag mit ihm, sondern wir bekamen auch das Angebot zu weiteren Hilfen und Unterstützungen für die Zukunft. Ich hoffe, wir können diese Beziehung erhalten und in den nächsten Jahren weiter mit Leben füllen.

Die Abreise am 25. November aus „unserem“ Projekt fiel uns allen nicht leicht. Zu sehr sind uns die Menschen ans Herz gewachsen. Mit neuer Motivation, durchgeschwitzten Hemden, leeren Koffern, neuen Mückenstichen und vielen vielen Bilden in Kamera und Kopf erreichten wir am 26. November 2023 wieder gesund den Niederrhein. 

Schön war´s!

Hans-Hermann Pieper

 

Hier finden sich weitere Informationen über den Besuch in einem Artikel der NRZ:

https://www.nrz.de/region/niederrhein/das-buschkrankenhaus-in-benin-ist-jetzt-ein-hospital-id240795256.html

 

 

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